Die pandemiebedingt gesunkenen Bruttolöhne führen erstmalig zu einer Senkung der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der gesetzlichen Rentenversicherung. Dies hat Auswirkungen in der betrieblichen Altersversorgung auf die Höhe der sozialversicherungsfreien Beiträge und die Höhe der steuerfreien Beiträge nach § 3 Nr. 63 EStG.

Die neue 4%-Höchstgrenze liegt ab 2022 bei 282,00 EUR monatlich (bisher 284,00 EUR).

Somit ist in den sog. „versicherungsförmigen Durchführungswegen“ Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds im nächsten Jahr der den Betrag von 282,00 EUR monatlich übersteigende Beitrag sozialversicherungspflichtig. Dies hat zur Folge, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils ca. 40 Cent Sozialversicherungsbeiträge auf 2,00 EUR monatlich zu zahlen haben.

Gleiches gilt für die Entgeltumwandlungsbeträge zur Unterstützungskasse.

Steuerlich ist neben der 4%-Grenze auch die 8%-Grenze zu beachten, so dass in der Spitze bis zu 4,00 EUR monatlich vom Arbeitnehmer individuell zu versteuern sind, sofern eine Abrechnung nach § 3 Nr. 63 EStG erfolgt.

Üblicherweise werden Beiträge, die dynamisch an die 4% bzw. 8%-Grenze angepasst werden, von den Versicherern nicht automatisch gesenkt. Sollte dies gewünscht sein, muss dies individuell beantragt werden.

Sind in Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen oder Versorgungsordnungen Beschränkungen der Beitragshöhe auf 4% oder 8% der BBG festgesetzt, besteht arbeitsrechtlich Handlungsbedarf beim Arbeitgeber. Er muss prüfen, ob ggf. Verträge, die an der 4% oder 8%-Grenze liegen, beitragsmäßig reduziert werden sollten.

Der erhöhte Aufwand wäre leicht vermeidbar gewesen, wenn die Politik rechtzeitig eine entsprechende Verwaltungsanweisung bzw. Sondervorschrift erlassen hätte. Dies zeigt wieder einmal und entgegen allen Absichtserklärungen den fehlenden politischen Willen, ernsthaft etwas gegen die allgemeine und überbordende Bürokratie zu unternehmen!

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